STECKBRIEF
VOM TIPPEN UND VON TEXTEN
Geschrieben habe ich schon immer. Zugegeben, direkt nach meiner Geburt habe ich mich noch sehr zurück gehalten. Aber schon in frühen Kindheitstagen ging es los. «Schuld» daran war meine Tante, eine Schwester des Franziskaner Ordens. Sie war im Marienkrankenhaus in Nordhorn als Ausbilderin für Hebammen tätig. Während eines Besuches zu ihrem Geburtstag, ich war gerade dabei Lesen und Schreiben zu lernen, entdeckte ich in ihrem Arbeitszimmer die monströse, mechanische Dienst-Schreibmaschine. An ihr entdeckte ich meine Leidenschaft, den Blüten meiner schon damals ausschweifenden Phantasie, Platz zu verschaffen. Endlich konnte ich all das wirre Zeugs aufschreiben. Und der leidenden Verwandtschaft zum Lesen geben!
Wahnsinn!
Und genau so sah es auch aus. Wie die Ausgeburt des Wahnsinns. Denn zwischen «tippen wollen» und «tippen können» liegen noch ein paar Jahre des Lernen und des Üben. Trotzdem: Was als Faszination startete wurde ein Hobby und schließlich zum Beruf.
Beruf kommt ja schließlich von Berufung.
Leider ist meine Tante im März 2025 mit 93 Jahren verstorben. Ich hätte ihr gern noch gezeigt, dass aus dem ‘ersten Tippen’ letztlich wirklich ein Buch – oder besser viele Bücher – wurde/n.
Sofern man außer acht lassen möchte, dass Pablo Picasso in Paris geehrt wurde, die Bergbau-Krise im Ruhrgebiet eskalierte oder Luna 9 Daten von der Mondoberfläche sandte, war mein Geburtsjahr einigermaßen ereignislos.
Ich kam in Dortmund auf die Welt und wuchs dort in einer ziemlich sorglosen Kindheit auf. Und dort bin ich auch zur Schule gegangen. Das war nicht immer ganz so sorgenfrei. Dank eines sehr verständnisvollen Schuldirektors, konnte ich hier aber auch meine ersten medialen Schritte machen. Erst bei der Westfälischen Rundschau, dann der Schülerzeitung. Während ich dann Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund studiert, ergaben sich erste Kontakte zum WDR, für den ich dann, zunächst beim so genannten Kabelpilotprojekt-Dortmund, als Reporter tätig wurde. Neben einem mehrjährigen Ausflug in den Filmton (u.a. für die ZDF Serie «Zwei Münchner in Hamburg»), folgte der Wechsel zum Fernsehen, wobei es mich nie VOR die Kamera zog. Ich dachte immer: «Lieber erster Mann in zweiter Reihe, als zweiter Mann in erster Reihe!». So war ich lieber «nur» als Cutter und Techniker tätig. Hinter den Kulissen.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ergab sich die Möglichkeit, für das ZDF ins Auslandsstudio nach Washington D.C. (USA) zu gehen. Was für eine Frage. Natürlich habe ich das angenommen. Und für den gleichen Sender war ich dann zwischen 2010 und 2018 im Auslandsstudio in Moskau (Russland). Und meinen letzten TV-News-Schnitt habe ich 2020 bei den World Para Snowsports Championships in Lillehammer, Norwegen gemacht.
Seit 2023 habe ich mich nun ausschließlich auf das Schreiben fixiert. Und mit ein bisschen Glück, darf ich das nun tun, so lange es Leser gibt, die meinen Tipp-Eskapaden folgen möchten, bis mir vom großen Bibliothekar das Leselicht ausgeknipst wird …

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